“Das Web 2.0 ist kein basisdemokratischer, himmlischer Ort”
Tim O’Reilly ist noch immer nicht genervt von dem Begriff Web 2.0. Im Magazin der Berliner Zeitung redet er unaufgeregt und kritisch über das Internet der Gegenwart und seine Prozesse. Obwohl man vielleicht in fünf bis sieben Jahren Möbel und anderes Zeugs der stofflichen Welt herunterladen und 3-D ausdrucken kann, wird sich seiner Meinung nach die Gesellschaft nicht radikal wandeln. Er vergleicht die Entwicklung mit der Einführung von anderen Massenmedien: Der Fernseher machte JF Kennedy zum ersten “Fernseh”-Präsidenten. Die Spielregeln der Politik blieben gleich. Der Computer stand Ende des 20. Jahrhunderts als Massen-Konsumgut in fast jedem Haushalt der westlichen Welt. Die Machtstrukturen der Kulturindustrie blieben gleich.
Das Pokern um Dominanz und Macht ist immer Teil des Spiels. Kreative Prozesse und Innovationskraft — sei es bei der Entwicklung von Textverarbeitung (Microsoft) oder von Suchtechnologie (Google) — werden durch Machtprozesse abgelöst. Das Web 2.0 ist da keine Ausnahme.
“Das Web 2.0 ist kein basisdemokratischer, himmlischer Ort. Es ist ein Machtspiel. (…) Es wird Firmen geben, die enorme Macht anhäufen. Und sie werden diese Macht missbrauchen. Dann wird die Entwicklung des Web 2.0 zum Stillstand kommen und die innovativen Kräfte unserer Gesellschaft werden sich neue Betätigungsfelder suchen.” Tim O’Reilly in Die Vernetzten - Digitalpionier Tim O’Reilly über das Web 2.0
Wem dieses Interview zu kurz ist, findet bei Vitamin zwei weitere Interviews mit Tim O’Reilly als Podcast: Vitamin-Interview mit Tim O’Reilly Teil 1, Vitamin-Interview mit Tim O’Reilly Teil 2
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Das Web 2.0 ist kein basisdemokratischer, himmlischer Ort
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Trackback von ... Kreuterwelt.de — 25.01.2007, 04:24 Uhr