Happy Computer People

von timo / 12. Januar 2006

Die Welt in Videospielen ist böse und belanglos geworden. Statt auf verschlungenen Pfaden durch einen verwunschenen Wald zu laufen, schlurft man gestylt durch die kalten, perfekt simulierten Straßen von Los Angeles. Quietschbunte Levels wurden von entseelten Ghettowelten abgelöst. Auf gelb-rote Pilze hüpft heute keiner mehr. Niedliche Klempner und Igel sind zu kaputten Ghettotypen mutiert.

Das ist zwar medienpädagogisch unbedenklich, doch trotzdem äußerst anstrengend: Echtzeit-Stress mit der Gang. Dauer-Ärger im Hood und weit und breit keine Röhre in Sicht, in die man mal zu einem kurzweiligen Bonuslevel abtauchen könnte. Es gibt doch nichts Langweiligeres als die Gangsta-Medien-Realität.

Spielspaß war gestern, als die Geschichten unrealistisch, der Himmel blau und die Sonne gelb waren. Die “Blue Sky in Games Campaign” kämpft für Happy-Retro-Gaming-Standards. Bei so viel einlullender Harmonie sieht Theodor W. Adorno rot: Sonic, the Tilling Machine * Mit extra Spielspaß-Boost.

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