Die zehn besten Texte 2005

von Heike Edinger & Timo Wirth / 9. Dezember 2005 /

Top 10Manche Texte sind mehr als gut. Sie packen einen, man erzählt anderen davon, diskutiert darüber. Hier sind unsere zehn Lieblingstexte 2005.

An Open Letter to Disney Store UK

Your so-called redesign is a travesty, a tragedy, and an embarrassment. Your prior store was not only far more beautiful visually, but was a magnificent example of standards-based design. Perhaps more importantly, the site was also accessible under the UK’s Disability Discrimination Act (DDA). You now have a site that regresses back to all the bad habits that have hurt the progress of Web development and design. – Molly Holzschlag. An Open Letter to Disney Store UK

Nie gab es einen emotionaleren Text zu Webstandards als Molly Holzschlags zutiefst empörter offener Brief an die Verantwortlichen des Disney Store UK, nachdem diese Mickey Mouse wieder in Tabellen eingesperrt hatten.

10 Reasons Clients Don’t Care About Accessibility

It’s hard to explain to non-technical client why you have two development hours on your plan that didn’t result in any visible change. Accessibility is perceived and sold as a technical issue. – Christian Heilmann. 10 Reasons Clients Don’t Care About Accessibility

Hart und nicht herzlich erklärt Christian Heilmann, warum Accessibility nicht der neueste Hype ist, dem jeder Kunde hinterherhechelt. Auch ist Accessibility kein technisches Plugin. Accessibility ist harte Arbeit, die sich lohnt, aber auch ehrlich und offensiv verkauft werden muss.

Web Standards Are Your Responsibility

This goes out to professional Web designers and developers everywhere: Web standards are your responsibility, even though you might not know it. – Keith Robinson. Web Standards Are Your Responsibility

Keine Ausreden! Jammern zählt nicht! Du bist der Web-Entwickler, du hast die Verantwortung und die Macht über deinen Code. Keith Robinson macht klar, dass der Umstieg auf Webstandards jederzeit möglich und eine Frage der Ehre ist.

Attack of the Zombie Copy

You’ve seen them around the web, these zombie sentences. They’re not hard to recognize: syntax slack and drooling, clauses empty of everything but a terrible hunger for human brains. – Erin Kissane. Attack of the Zombie Copy

Ihre Feinde nennen sie die Tochter des Lichts. Ihre Freunde nennen sie die Zombie-Jägerin. Ihr Name ist Erin Kissane. Mit blutleeren Sätzen und Worthülsen macht sie kurzen Prozess. Schau dir deine Texte an, bevor sie dir nachts einen Besuch abstattet!

Why eBay needs Standards-Oriented Design

It’s not that standards-oriented design has this magic property that makes the bytes go over the wire faster. It just leads to fewer bytes going over the wire, which makes the page faster. In the case of eBay, their users really want that information right away when they’re watching an auction. It’s just reload, reload, reload. – An Interview with Eric A. Meyer. Why eBay
needs Standards-Oriented Design

Trocken und pragmatisch erklärt Eric Meyer, warum gerade umfangreiche Angebote von einem Umstieg auf Webstandards profitieren. Pure Vernunft darf niemals siegen – dennoch sind Erics sachliche Argumente unverzichtbar.

Die Humanisierung des Netzes

Social Software, soziale Dienste und Anwendungen, verändern das Internet gerade gewaltig. Auch viele Zeitgenossen, die sich im Grunde ihres Herzens für Netz-affin halten, verpassen den Anschluss – und wissen es selbst nicht einmal. Es entsteht gerade eine riesige Kluft. – Mario Sixtus, Die Zeit. Die Humanisierung des Netzes

Das Web ändert sich. Mario Sixtus erklärt in der “Zeit” verständlich, ohne Nerd-Geplapper und frei von Kulturpessimismus das Phänomen Web 2.0.

The amorality of Web 2.0

All the things that Web 2.0 represents – participation, collectivism, virtual communities, amateurism – become unarguably good things, things to be nurtured and applauded, emblems of progress toward a more enlightened state. But is it really so? – Nicholas Carr The amorality of Web 2.0

Nur weil Web 2.0 drauf steht und die Konsumenten zu Produzenten werden, erfüllt sich noch lange nicht der große metaphysische Traum vom gemeinsamen körperlosen Sein über das Internet. Nicholas Carr ist vor lauter Web 2.0-Freudentaumel schon ganz schlecht.

State of the Web 2005

The passion for the Web is reignited, and with this new energy also comes a deeper understanding of the people, tools and technologies that make up the Web design and development industry. – Molly Holzschlag. Web essentials 05 Keyynote: State of the Web 2005

Wer als Web-Entwickler an vernebelten Wintertagen am Sinn seiner Arbeit zweifelt und denkt, er hätte besser ne Wurstbude aufgemacht, sollte sich einen Rap von Molly Holzschlag anhören. Mit ihrer begeisterten Grundsatz-Rede auf der Web Essential 2005 über die Kreativität des Internet kommt man gut durch den grauen (All-)tag.

Accessibility and a society of control

State control is an ever pervasive factor of modern life. We are force fed the idea that such control is for our safety/liberty/freedom, but in fact such control serves to do little more than bring control more into our every waking thought. – Andy Clarke. Accessibility and a society of control

Staatliche Kontrolle macht träge und unkreativ. Provokant und geistreich dekonstruiert Andy Clarke mit Foucault den oft geäußerten Wunsch nach einflussreichen Accessibility-Verordnungen vom Staat.

Remove Forebrain and Serve: Tag Clouds II

As tag clouds come to replace expert taxonomies in common practice, carefully constructed hierarchies vanish. In their place is a flattened world where every idea, at any level, is a topic as worthy as any other. Eight Mile is a topic at the same level as Detroit, which is a topic at the same level as Cities, which is a topic at the same level as United States, and so on. – Jeffrey Zeldman. Remove Forebrain and Serve: Tag Clouds II

Flickr und Technorati haben die nutzergenerierten Themenwolken populär gemacht und jeder war hellauf begeistert. Jeder? Zeldman nicht. Polemisch erklärt er, wieso es paradox ist, die Nutzerführung komplett an die Nutzer abzugeben.

7 Kommentare »

  1. Schöne LeseListe. Danke schön. Jetzt brauche ich nur noch LeseZeit ;-)

    Comment von Peter Müller — 17.01.2006, 13:51 Uhr

  2. Faszinierend diese Auswahl,
    keine Frage,
    noch faszinierender, wenn ich sie auf einem Blog lese, dass sich von Google einspannen läßt und jeden Kommentator automatisch ein schlechtes Zeugnis mit *nofollow* ausstellt.

    Ist dies der neue Webstandard der Vorsprung verschafft?

    Aber gut, der Artikel steht in der Kategorie: Theory und nicht Webstandard Praxis.

    mfg
    Monika von webdesign-in.de

    Comment von Monika — 19.01.2006, 20:54 Uhr

  3. Keine schlechte Sammlung!
    Die eine oder andere Aussage hat was.

    Gruß,
    Martin

    Comment von comstrate — 26.03.2006, 03:24 Uhr

  4. Das ist wirklich immer wieder beeindruckend mit diesen Texten. Ich denke in vielen Bereichen, gerade bei Webkatalogen und Verzeichnissen werden wir immer wieder auf dieses Phänomen stoßen - sicher nicht nur in den USA, sondern auch in Europa.

    Ich freue mich auf weitere interessante Artikel hier!

    LG,
    Mirco

    Comment von Mirco — 16.06.2009, 12:27 Uhr

  5. Schöne Liste. Danke schön! Gespeichert in den Lesezeichen!

    Comment von Marcel — 04.02.2011, 19:32 Uhr

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